Nachgefragt: Hat die US-Präsidentenwahl Einfluss auf das Börsengeschehen?
Der Wettkampf Clinton gegen Obama hat uns bis vor kurzem die Welt in Atem gehalten. Jetzt ist das Duell entschieden. Stellt sich die Frage, wie
die Börse reagiert. Langjährige Forschungen zeigen: Nicht wer Präsident wird, entscheidet über den Verlauf von Dow Jones und Co., sondern die Frage, wann die nächsten Präsidentschaftswahlen
stattfinden.
So haben Statistiker den Kursverlauf des Dow Jones von über 100 Jahren untersucht. Das verblüffende Ergebnis: Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang. Im Vier-Jahres-Rhythmus passt der Zyklus zur
US-Präsidentenwahl. Grob vereinfacht steigen die Kurse im Jahr vor der Präsidentschaftswahl und in dem Jahr, in dem sie stattfindet. Dagegen stagnieren sie ab dem Jahr, das der Wahl folgt, oder
fallen sogar leicht.
Reiner Zufall, glauben Sie jetzt? Es gibt durchaus plausible Begründungen für diesen Wahlzyklus an den Börsen: Vor der Präsidentenwahl macht ein US-Präsidentschaftskandidat üblicherwese
Versprechungen, die Konjunktur anzukurbeln und die US-Bürger vor allzu hohen Steuern zu entlasten, damit sie mehr Geld für notwendige Verbrauchsgüter haben. Direkt nach der Wahl werden solche
Versprechen auch am ehesten umgesetzt. Die unbeliebteren Maßnahmen dagegen werden auf die Mitte des Präsidentschaftszyklus gelegt. Damit sie rechtzeitig abgeschlossen sind, bevor es wieder in den
Wahlkampf geht.
Und es ist bislang so: Vom privaten Verbrauch der US-Konsumenten hängt ein großer Teil der Weltwirtschaft ab. Das mag sich zwar womöglich bald ändern, wenn die Menschen in den Schwellenländer
mehr konsumieren. Aber bislang kurbelt vorwiegend der US-Konsum die Wirtschaft an. Also die Hoffnung nicht aufgeben, dass es dieses Jahr doch noch was wird mit dem Kursfeuerwerk an den Börsen.
Die US-Wahl ist übrigens erst im November.
